Deine Agentur optimiert noch mit Targeting im Lower Funnel?
Dann lies diesen Artikel, bevor du das nächste Mal ein neues Audience-Setup challengst.
Wir brauchen bessere Zielgruppen?
Die meisten Gespräche mit Unternehmen starten so:
“Wir brauchen bessere Zielgruppen im Lower Funnel.”
“Können wir die Leads noch genauer targeten?”
Klingt erst mal logisch. Ist ab einem gewissen Punkt aber fast egal.
Sobald deine Kampagnen genug Signale liefern (Leads, Sales, Anmeldungen, Calls), fängt der Algorithmus an, die eigentliche Arbeit für dich zu übernehmen.
Er erkennt Muster in den Leuten, die konvertieren, findet Menschen, die genauso ticken und liefert deine Ads eher an diese Leute aus statt breit gestreut.
Die unangenehme Wahrheit: In dieser Phase ist dein Targeting oft nicht der Hero.
Dein Creative hingegen schon.
Oder anders gefragt:
Warum sollen wir stundenlang Zielgruppen feinschleifen, wenn wir Creatives haben könnten, die automatisch die richtigen Leute anziehen und die Streuverluste früh rausfiltern?
Creative als Filter, nicht als Deko
Relevante Leute bleiben hängen, schauen, klicken.
Irrelevante Leute steigen früh aus.
Genau das möchtest du.
Denn dann kommen View- und Interaktionssignale beim Algorithmus an, die zu deiner echten Zielgruppe passen. Gerade in Nischen oder bei komplexen Produkten ist das extrem viel wert.
Statt also zu fragen
“Welche Interessen sollen wir targeten?”
lieber fragen:
- Wen holt unser Creative wirklich ab?
- Und wen schreckt es bewusst ab?
Damit das funktioniert, brauchst du Struktur.
Das Sekunden-Framework für Video Ads, die performen
Daher, nur für euch: Ein Framework, welches wir bei quiteBOLD regelmäßig nutzen, wenn wir Creatives für Paid Social, Performance Marketing und Co entwickeln.
Sekunde 0 – 1,5: Hook
Dein Job in den ersten 1,5 Sekunden:
- Scroller stoppen
- Klar machen: “Das könnte für dich relevant sein”
Keine große Erklärung.
Kein langweiliges Logo-Intro.
Frag dich:
Wo bleibst du persönlich beim Scrollen hängen?
Was triggert dich wirklich im Feed?
Sekunde 1,5 – 4: Relevanz präzisieren
Ab hier kommt die Filterfunktion.
Du willst, dass nur die Richtigen weiter schauen.
Also sprichst du diese auch direkt an.
Beispiele:
- “Wenn du für ein B2B SaaS im Marketing sitzt, kennst du das Problem …”
- “Du skalierst deinen Onlineshop über Paid Social und dein ROAS bricht trotzdem ein …”
Insider, typische Situationen, Probleme.
Alles, was deine echte Audience sofort wiedererkennt.
Und alle anderen eher kalt lässt.
Je schärfer du hier bist, desto sauberer sind die Signale, die du dem Algorithmus gibst.
Sekunde 4 – 10: Kontext liefern
Jetzt geht es darum zu zeigen, warum dein Angebot für genau diese Leute relevant ist.
Zum Beispiel:
- Welches konkrete Problem löst du?
- Warum ist deine Lösung anders als Standardware?
- Welchen Hauptnutzen sehen deine besten Kunden wirklich?
Nicht zehn Bulletpoints mit Features, sondern ein klarer Fokus:
“Der eine Grund, warum Menschen das hier nutzen.”
Wenn deine Zielgruppe dein Video anschaut und innerlich nickt, bist du auf dem richtigen Weg.
Sekunde 10 – 12: Zweite Hook
An der Stelle haben viele Ads einfach weitere Argumente oder wir listen Feature um Feature auf. Du hingegen setzt genau jetzt besser noch eine kleine zweite Hook.
Zum Beispiel:
- “Gleich zeige ich dir das Framework, mit dem wir genau dieses Problem in unter 30 Sekunden erklären.”
- “Bleib kurz dran, ich zeig dir gleich, warum Targeting hier fast keine Rolle mehr spielt.”
Das ist wie ein erneuter Teaser mitten im Video.
Wir erklären, warum es sich lohnt, noch 10, 20 Sekunden dranzubleiben.
Frag dich:
Welches Versprechen wäre stark genug, dass deine Zielgruppe ein 60-Sekunden-Video wirklich zu Ende schaut?
Ab Sekunde 12: Versprechen einlösen
Jetzt musst du aber auch liefern.
Hier kommen:
- Features und Vorteile
- Ein klar erklärtes Framework
- Proof, warum der Ansatz sinnvoll ist
Wichtig:
Du löst das Versprechen aus der zweiten Hook sichtbar ein.
Nicht nur “irgendwas Spannendes erzählen”.
Frag dich:
- Welche 3 bis 5 Punkte müssen unbedingt drin sein?
- Was müssen Leute verstanden haben, damit sie merken “Ah, das macht wirklich Sinn für mich”?
Sekunde 15 – 20: Call To Action
Zwischen Sekunde 15 und 20 kannst du einen ersten Call to Action einbauen.
Ganz ohne Hard Sell.
Zum Beispiel:
- “Wenn du sehen willst, wie das Framework für deine Branche aussieht, schau dir die Details im Blog an.”
- “Noch mehr solcher Analysen findest du in unserem Magazin.”
Es reicht, wenn klar ist, was der sinnvolle nächste Schritt wäre.
Was Entscheider daraus mitnehmen sollten
Wenn du gerade eine Agentur suchst oder einen Pitch vorbereitest, kannst du dieses Framework ziemlich gut als Filter nutzen.
Statt nur zu fragen:
“Wie sieht unser Targeting aus?”
Frag lieber:
- Wie stellt Ihr sicher, dass unsere Creatives auf die Zielgruppe zugeschnitten sind?
- Arbeiten wir mit klaren Creative Frameworks?
- Wie nutzet Ihr den Algorithmus der Plattform für statt gegen uns?
Gute digitale Marketing Beratung denkt Lower Funnel heute nicht mehr nur über Zielgruppen, sondern über Creatives, Signale und Struktur.
Fazit: Algorithmus-Partner & Creative-Steuerung
Sobald deine Kampagnen genug Conversions liefern, ist der Algorithmus dein bester Freund.
Wenn du ihn richtig fütterst.
Targeting ist dann Hygiene. Nicht die Differenzierung.
Dein Creative entscheidet darüber:
- Wer überhaupt ins Video reinkommt
- Wer danach freiwillig drin bleibt
- Welche Signale im System landen
Genau da trennt sich für mich “Kampagnenverwaltung” von echter digitaler Marketing Beratung.
