Der Ursprung von quiteBOLD
Oder: Mein größter Rohrkrepierer, beziehungsweise das, was quiteBOLD ursprünglich mal werden sollte.
Zurück auf Anfang.
Bei Upljft war ich einer der ersten Kollegen im Media Team und hatte das Privileg, mich immer mehr in Richtung Schnittstelle zwischen Kreation und Media zu bewegen. Dort habe ich verstanden, wie beide Welten ticken, warum sie so unterschiedlich funktionieren und vor allem, warum sie so selten wirklich miteinander reden.
Eine Sache hat mich dabei besonders beschäftigt:
Wie viele gute Konzepte im kreativen Prozess einfach verschwinden.
Abgeschossen vom CD.
Abgebügelt vom fehlenden Mut des Kunden.
Die Frage hat mich nicht mehr losgelassen:
Wie lassen sich solche Konzepte retten?
Die ursprüngliche Idee hinter quiteBOLD
Genau daraus entstand in meinem Kopf die erste Version von quiteBOLD.
Die Idee war eine Plattform, auf der kreative Konzepte wieder auftauchen können, statt für immer in Schubladen zu verschwinden. Ein Ort für Ideen mit Potenzial, die in der ersten Runde gescheitert sind, aber eigentlich eine zweite Chance verdient haben.
Der Gedanke dahinter:
Mutigeren Marken Zugang zu einem großen Fundus an Kreativität zu geben.
Statt bei null zu starten, hätten sie Zugriff auf Konzepte, die schon einmal durchdacht wurden, aber aus verschiedensten Gründen nie umgesetzt wurden.
Gespräche, die alles verändert haben
Das erste echte Gespräch zu dieser Idee hatte ich mit Jan Honsel. Im Rückblick war das quasi mein Kündigungsgespräch. Nur, dass es nicht darum ging, mich vom Bleiben zu überzeugen, sondern den Unternehmer in mir zu stärken, was ich ihm weiterhin hoch anrechne.
Kurz danach folgte ein Gespräch mit Michael Trautmann, der mir mit viel Energie Mut zugesprochen hat.
Aus einem losen Gedanken wurde plötzlich etwas, das real wirken konnte.
Dann kamen Wochen voller Interviews.
Ich habe mit Kreativen, Marken und Agenturen gesprochen. Ich habe verstanden, wo die Idee Potenzial hat und wo sie an Grenzen stößt. Welche Prozesse so eine Plattform sprengen würden. Welche rechtlichen, organisatorischen und kulturellen Hürden im Weg stehen.
Und noch etwas ist passiert, womit ich nicht gerechnet hatte: Es entstanden unzählige „Sprich mal mit dem“ und „Kennst du den schon“-Momente.
Mein Netzwerk ist durch diese Phase so stark gewachsen, dass ich heute noch davon profitiere.
Auch wenn das Produkt am Ende nicht entstanden ist, hat der Weg dahin einiges angeschoben.
Warum quiteBOLD zuerst gescheitert ist
Und trotzdem.
quiteBOLD ist nicht das geworden, was es ursprünglich werden sollte.
Denn irgendwann kamen spannende Projekte rein.
Dann kam gute Bezahlung als freier Marketing Berater.
Und dann kam Tobias Jung mit einem Angebot, das ich nicht ablehnen konnte.
Mein Kapitel bei TBWA begann.
Neue Aufgaben, neue Verantwortung, ein neues Umfeld.
Die Plattform, die ich im Kopf hatte, wanderte immer weiter nach hinten.
Und quiteBOLD landete erst einmal dort, wo viele gute Ideen am Ende landen: im mentalen Archiv.
Ironischerweise genau wie viele kreative Ideen, die es im ersten Schritt nicht in die Umsetzung schaffen, aber dann Jahre später plötzlich wieder hervorgeholt und in komplett neuer Form realisiert werden.
Wie aus quiteBOLD eine digitale Marketing Beratung wurde
Wenn ich heute auf quiteBOLD schaue, dann erinnere ich mich oft an diese ursprüngliche Plattform-Idee.
Nicht, weil ich sie 1zu1 wieder aufnehmen möchte, sondern weil die Grundfrage von damals immer noch dieselbe ist:
Wie schaffen wir es, mutige und durchdachte Kommunikation auf die Straße zu bringen, anstatt dass gute Ansätze irgendwo versanden.
Heute machen wir das nicht über eine Plattform für vergessene Konzepte, sondern als digitale Marketing Beratung. Wir sitzen direkt an der Schnittstelle zwischen Kreation und Media, sorgen dafür, dass Ideen nicht im luftleeren Raum entstehen, sondern auf echte Business Ziele einzahlen und tatsächlich laufen.
Insofern war dieser Rohrkrepierer vielleicht gar keiner. Eher ein notwendiger Umweg, aus dem sich das heutige quiteBOLD entwickelt hat.
Danke denen, die damals zugehört haben
Ein großes Danke an die vielen Menschen, die mir damals ihr Ohr geschenkt haben.
An alle, die Kontakte hergestellt, Feedback gegeben, kritische Fragen gestellt haben.
Auch wenn es nicht der ursprüngliche Plan war, ist es vielleicht genau der richtige Weg gewesen.
Denn ohne diesen ersten Anlauf gäbe es quiteBOLD in der heutigen Form vermutlich nicht.
