Keine KI. Versprochen.
Zumindest nicht so, wie viele es vermuten, wenn sie heute Texte im Netz sehen.
Ja, KI ist fester Bestandteil meines Alltags und spielt auch beim Schreiben eine Rolle. Aber die Gedanken dahinter, die Haltung, der Blick auf bestimmte Themen, das ist zu 100 Prozent mein eigener Input.
Gerade als Berater ist das für mich nicht verhandelbar.
Wofür Kunden mich eigentlich bezahlen
Unsere Kunden bezahlen mich nicht dafür, dass ich Informationen wiederhole, die eh schon im Netz stehen. Dafür kann man sich ein paar gute Prompts speichern und ist auch fertig.
Sie bezahlen mich für meine Meinung.
Für meine Einschätzung.
Für mein konzeptionelles Denken.
Das bedeutet: Alles, was ich nach außen trage, muss diesen Anspruch erfüllen: Auch und gerade auf LinkedIn.
Wenn ich dort nur KI-Texte raushaue, die genauso gut von 100 anderen Personen hätten stammen können, untergrabe ich genau das, wofür ich im Tagesgeschäft gebucht werde. Denn digitale Marketing Beratung heißt für mich: Einordnen, gewichten, Entscheidungen treffen, nicht einfach nur Content generieren.
Wie ich KI tatsächlich nutze
Trotzdem wäre es gelogen, zu sagen, KI spielt beim Schreiben keine Rolle.
Natürlich tut sie das.
Typische Aufgaben:
• Struktur schärfen
• Gedanken ordnen
• Tippfehler finden
• Stellen markieren, an denen etwas noch unklar ist
Also eher ein Sparringspartner im Hintergrund.
Die Kernaussage, der rote Faden, die Beispiele, die Tonalität, das ist meins.
Wenn ich über operative Setups, Creative Frameworks oder Agenturmodelle schreibe, dann basiert das auf eigenen Erfahrungen mit Kunden, Projekten und Gesprächen, die ich über Jahre geführt habe. Genau diese Erfahrungen sind die Grundlage, KI hilft mir nur dabei, sie klarer und effizienter auf den Punkt zu bringen.
Warum das „Wie“ genauso wichtig ist wie das „Was“
Inhaltlich können viele das Gleiche sagen.
Die Frage ist: Wie kommt es rüber?
Gerade auf LinkedIn fällt mir auf, wie viel Austauschbares unterwegs ist.
Gleiche Buzzwords, gleiche Claims, gleiche Sätze zum Thema KI, Agenturen, Performance Marketing.
Für mich macht es einen Unterschied, ob ein Text klingt wie eine gut gebaute Zusammenfassung oder wie jemand, der etwas wirklich erlebt, durchdacht und für sich bewertet hat.
Deshalb achte ich darauf, dass
• Beispiele aus meinem eigenen Alltag kommen
• Ich Dinge so erkläre, wie ich sie auch im Kundencall erklären würde
• Standpunkte klar formuliert sind, auch wenn sie anecken können
KI kann dabei helfen, Formulierungen zu schleifen, aber sie ersetzt keine Haltung.
Und ohne klare Haltung wird Beratung austauschbar.
LinkedIn als Verlängerung meiner Beratung
Wenn Kunden mich für meine Meinung bezahlen, dann muss mein LinkedIn das reflektieren.
Es ist für mich kein reiner Reichweitenkanal, sondern eine Art öffentliches Sparring.
Das bedeutet:
• Ich teile Gedanken, die ich sonst im Beratungskontext äußern würde
• Ich teste Haltungen, Formulierungen, Modelle
• Und ich nutze das Feedback, um meine Argumentation zu schärfen
KI ist dabei das, was für viele andere auch gilt: Ein Hebel zur Effizienzsteigerung.
Sie hilft mir, schneller von der Idee zum Post oder Artikel zu kommen und weniger Zeit mit Kleinkram zu verlieren. Aber die Entscheidung, was ich sage, in welcher Schärfe ich es sage und welche Themen ich überhaupt angehe, trifft keine Maschine.
KI ist mehr als ein Tool
Ich bin eigentlich kein Fan davon, KI als Tool zu bezeichnen, weil sie inzwischen weit mehr kann als klassische Werkzeuge. In diesem Fall trifft es das aber ganz gut.
Beim Schreiben ist KI für mich ein sehr leistungsfähiges Werkzeug, das mir hilft, meine Arbeit besser zu machen.
Gesellschaftlich bleibt es vielleicht die größte Disruption unserer Zeit. Ein Paradigmenwechsel, der über kurz oder lang alles bestimmen wird.
Die Reihenfolge bleibt aber erstmal wichtig:
Erst kommt das Denken, die Einordnung, der Standpunkt.
Dann kommt das Tool.
